Topinambur im Pflanzsack auf dem Balkon


Hexenbalkon, Hexengarten / Dienstag, Februar 23rd, 2021

Erinnert sich noch jemand an meine Topinambur-Ernte vor zwei Jahren? Da berichtete ich, wie einfach es ist, Topinambur auf dem Balkon anzubauen. Ich war von der Ernte überrascht und beeindruckt, denn Topinambur mag ich sehr gern (und die Knollen sind nicht gerade günstig, wenn man sie so kauft…). Nach der erfolgreichen Ernte machte ich ein Experiment mit drei Pflanzsäcken. Ich wollte herausfinden, ob die Form der Elternknolle Einfluss auf die Form der Nachwuchsknöllchen hat. Dazu markierte ich die zwei Pflanzsäcke.

Da steht er, der grüne Pflanzsack mit Topinambur

2020 hätte ich eigentlich berichten wollen. Tja. Die Fotos habe ich irgendwie verbummelt. Ich kann jedoch berichten: Ich habe kaum etwas ernten können. Warum? Topinambur auf dem Balkon ist doch so einfach? Kaum Pflege, einfach nur gießen, vielleicht ein paar Kaffeesatzreste in den Sack und fertig?

Nach dem Winter: Ein bisschen Aufräumen wär super

Ich kann zum Glück sagen, was passiert ist. Ich habe den Standort für die Pflanzsäcke gewechselt. Die gute Ernte hatte ich auf meinem nicht überdachten Südost-Balkon. Da sich der Topinambur ja als so anspruchslos erwiesen hatte, gab ich den Pflanzsäcken einen anderen Platz ganz hinten auf dem Südwestbalkon, der allerdings überdacht ist.
Fehler 1: Zu wenig Wasser. Regen fehlte und ich goss nicht regelmäßig. Die Pflanzen haben sehr sehr oft die Blätter hängen gelassen.
Fehler 2: Ich verwendete für mein Experiment andere Pflanzsäcke, nämlich welche aus einem Filzmaterial. Sie sind gänzlich vertrocknet, da das Material Feuchtigkeit nicht hält. Was prinzipiell erst einmal gut ist — belüftete Wurzeln mögen die meisten Pflanzen lieber als Staunässe — war in Kombination mit dem vergiss-mich-zu-gießen-Standort aber einfach ungünstig. Im Plastikpflanzsack (den hatte ich auch dorthin gestellt) haben wenigstens ein paar Knollen überlebt. Soviel, dass ich eine Mahlzeit kochen konnte und natürlich auch neu angepflanzt habe.
Oh und natürlich hatte Eichhörnchen Emma die Fäden von den Pflanzsack-Experimenten gelöst. Aber das Ergebnis war bei beiden: Vertrocknete Topinambur-Knollen.

In der Balkonsaison 2020 bestückte ich also noch einmal den Plastiksack und stellte ihn wieder auf den Südostbalkon. Inzwischen war er leider schon ein wenig gerissen, sodass ich ihn umgeschlagen habe. So konnte ich die Erde nicht so hoch anhäufeln. Ich hoffte dennoch auf eine akzeptable Ernte…

Am 22. Februar 2021 war es soweit. Nach den verrückten Schneetagen gab es Sonnenschein und das lockte natürlich auf den Balkon. Im Zuge der ersten Balkonräumerei durfte auch der Topinambur direkt dran glauben.

Die welken, trockenen Stängel schnitt ich zurück. Da sie markhaltig sind kamen sie für die Wildbienen senkrecht in die Blumenkästen. Ich werde berichten, ob sie angenommen werden und bin gespannt. Online habe ich zum Topinambur diesbezüglich nichts gefunden. Ich teste das mal 😉

Dann ging es ans Ausbuddeln. Zum Glück fand ich doch so einige Topinambur-Knollen im Pflanzsack. Interessant: Sie sind sehr länglich und schmal gewachsen.

Wie Perlen hängen jedoch auch viele kleine Knollen zwischen den Wurzeln und können ganz einfach abgezupft werden.

Eine große Schale voller kleiner Topinambur-Knöllchen.

Diese Knollen unterschiedlicher Wuchsform wählte ich für die erneute Anzucht.

Nun hatte ich jedoch immer noch das Problem, dass der Plastiksack so grässlich gerissen ist. Die Filzsäcke machen nach wie vor einen sehr stabilen Eindruck und so entschied ich mich dazu, einen von ihnen auf dem nicht überdachten Balkon aufzustellen. Nahe bei der Küche wird er sich sicherlich des ein oder anderen Kaffeesatzes erfreuen und eine zusätzliche Ladung Wasser erhalten. Ich bin optimistisch, dass es so funktionieren kann.

Im Pflanzsack aus Filz beginnen schon die Krokusse aus der Erde zu schauen. Doch das ist kein Problem.

Hier hatte ich gezeigt, wie ich meine Frühblüher auf dem Balkon versorge. Die Zwiebeln sitzen alle in einzelnen Plastiktöpfen.

So konnte ich sie ganz einfach herausnehmen.

In den Pflanzsack kam frisch mit Wurmhumus vermengte Erde, darauf die Topinaburknollen. Wieder Erde drauf und die Krokusse im Topf hinzu.

War was? Sieht man doch gar nicht. Bis der Topinambur zu Wachsen beginnt dürften die Krokusse schon wieder verblüht sein. Ich denke sie vertragen sich bis dahin.

Die restlichen Knollen habe ich gewaschen, ein paar roh geknabbert (lecker!) und den Rest mit etwas Kokosöl und Salz in der Pfanne geschwenkt. Ich mag es, wenn der Topinambur noch knackig, aber durch ist. Dann ist er wunderbar süß.

In einem Jahr kann ich dann hoffentlich trotz Filzsack gut ernten. Ich bin gespannt. So einen Plastiksack mag ich nicht nochmal kaufen. Alternativ werde ich dann wohl einen Blumenerdesack mit Löchern für den Wasserablauf versehen und damit mein Glück probieren. Denn erinnert ihr euch, dass ich mir dieses Fenster für die Ernte zwischendurch super praktisch vorgestellt hatte? Ich weiß jetzt von mir, dass ich sowieso nicht zwischendurch ernte. Wenn ich Topinambur vom Balkon essen möchte, dann ernte ich direkt den ganzen Sack 😉 Die Knollen kann man in einer Schale mit Erde bedeckt und kühl gestellt noch zwei Wochen lagern.

Den Aufwand mit Fegen und allem mag ich nicht mehrmals machen. Dann genieße ich lieber einmal — und dann richtig — den Topinambur von meinem Balkon.

2 Replies to “Topinambur im Pflanzsack auf dem Balkon”

  1. Hallo Atessa,
    vielen Dank für Dein Topinambur-Update! Witzig, dass ich gerade heute dachte, dass ich mal wieder auf deine Seite schauen könnte und, schwupps, gerade erst von dir gepostet. Gedankenübertragung oder sowas… 🙂
    Liebe Grüße!

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