Sommer im Hexengarten 2020 – Pflanzenseifen


Heilpflanzen, Hexenbalkon, Hexengarten, Hexenküche, Körperpflege, Seife sieden / Donnerstag, Juni 18th, 2020

Dieses Jahr war bisher von einigen Veränderungen geprägt. Klopapier wurde besonders wichtig und Konservendosen wurden gehortet. Wer noch eine Verwendungsidee für leere Klorollen und Konservendosen sucht, darf gerne einmal hier vorbei schauen. Ebenfalls zugenommen hat die Intensität des Händewaschens und damit ist auch der Seifenverbrauch gestiegen. Anfang April beschloss ich in weiser Voraussicht für Nachschub zu sorgen und verschwand eines ruhigen Abends in der Hexenküche, um Seifen zu rühren.

Besondere Seife für besondere Zeiten

Ich habe Pflanzenauszüge für die Herstellung verwendet. Vom letzten Jahr hatte ich noch Mazerate von Johanniskraut und Ringelblume stehen. Zwei so schöne Sonnenpflanzen. Ich kenne mich ja, die bleiben meist eine ganze Weile im Kräuterschrank stehen, weil ich sie so selten verwende. Doch diese ganzen besonderen Umstände konnten eine besondere Seife vertragen fand ich 😉 Also habe ich die guten Mazerate herausgeholt. Über Rotöl (Johanniskraut färb Öle wunderschön Rot) habe ich schon einmal hier geschrieben. Schau bitte selbst nach, wie man Seifen herstellt. Es gibt viele Seiten, die das sehr detailliert beschreiben. Empfehlenswert ist auch immer, das Rezept einmal in einen Seifenrechner einzugeben, um die NaOH- und Wassermenge zu kontrollieren. Tippfehler passieren schnell, obwohl man aufpasst und bei der Seifenherstellung solltest du genau arbeiten.

700 g Grüne Kräuterseife

  • 310g Olivenöl (Johanniskrautmazerat)
  • 100g Babassu
  • 250g Kokos
  • 40g Rizinusöl
  • 103g NaOH
  • 235g Wasser
  • Spirulina für die Farbe (verblasst mit der Zeit, war ein Experiment, optional!)
  • ätherische Öle: Teebaum und Thymian

1400 g Citronella-Seife

  • 500g Kokos
  • 500g Raps
  • 400g Olivenöl (Ringelblumenmazerat)
  • 200g NaOH
  • 469g Wasser
  • rote Seifenfarbe optional
  • ätherisches Öl: Citronella

Wie du siehst habe ich eine ganze Menge Seife hergestellt. Und darüber bin ich ziemlich glücklich, denn insbesondere die Citronella-Seife gefällt mir außerordentlich gut. Sie ist in zwei Schichten in die Form gewandert: Ein Teil ungefärbt, einer mit etwas roter Seifenfarbe. Beide Seifen schäumen wunderbar und duften traumhaft.

Was Ringelblumenmazerat kann

Ringelblumenmazerat ist wunderbar für die Haut- und Haarpflege und hilft bei kleineren Wunden, aber auch bei Prellungen und Verbrennungen. Es kann einfach pur auf die Haut aufgetragen oder in die Haarspitzen einmassiert werden. Olivenöl ist sehr reichhaltig. Ich nehme es gern als Kur für die Haare. Die Kopfhaut freut sich auch mal über eine intensive Pflege und Kräuterkur. Oft lässt es sich nach dem Einwirken mit einem Mal waschen nicht restlos auswaschen. Mir macht das nichts, ich flechte die Haare ein oder stecke sie hoch. Ein Ölmazerat kann aber natürlich auch mit anderen, leichteren Ölen hergestellt werden. Mandel- oder Traubenkernöl nehme ich auch gern. Seifen kann man herstellen und natürlich Salben rühren. Ganz nach dem eigenen Bedarf. Wenn sich im Sommer die Kräuterberge häufen und man gar nicht so viel Zeit zur weiteren Verarbeitung hat, da bietet sich ein kalter Ölauszug an. So hat man die Pflanzen schnell versorgt und kann später noch überlegen, was man mit ihnen machen möchte.

Kalter Ölauszug

Ich hätte dir gern gezeigt, wie ich ein neues Mazerat aus meinen so hübsch blühenden Ringelblumen ansetze. Doch seit einigen Tagen regnet es und damit ist kein guter Zeitpunkt, um die Blüten zu sammeln. Zwar habe ich noch getrocknete Ringelblumenblüten, doch irgendwie ist das für mich nicht dasselbe. Man kann das aber problemlos machen, getrocknete Blüten bekommst du zum Beispiel in der Apotheke, wenn du nicht selbst sammeln magst. Das Grundrezept für den kalten Ölauszug ist sehr einfach. Ein Glas mit Pflanzenteilen befüllen, mit Öl aufgießen und das Glas verschließen. Es sollte an einem warmen Ort stehen und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Für mindestens sechs Wochen bleiben die Pflanzen im Glas, maximal drei Monate. In den ersten Tage sollte man das Glas öffnen und die eventuell entstehende Feuchtigkeit im Deckel abwischen. Gut ist es, wenn man gelegentlich das Glas schüttelt, damit wieder alle Pflanzenteile bedeckt sind und nichts schimmeln kann (Feuchtigkeit bitte vor dem Schütteln abwischen). Am liebsten nehme ich Olivenöl, da es am längsten haltbar ist. Außerdem duftet es so gut *.*

Sommer im Hexengarten 2020

…oder in meinem Fall: Sommer auf dem Hexenbalkon 😉 Passend zur Sommersonnenwende am kommenden Wochenende möchte ich euch heute auf ein Blog-Event hinweisen: Der Sommer im Hexengarten 2020. Für mich auch wieder eine kleine Zeitreise, denn den gab es bei der lieben Miri zuletzt 2014. Ich freue mich sehr, dass sie in diesem Jahr diese tolle Idee wieder aufleben lässt. Das ist für mich auch eine große Motivation, mich meinen Pflanzenfreunden zu widmen. Auch du bist herzlich dazu eingeladen, dich kulinarisch, heilsam, handwerklich und zauberhaft deinen Pflanzen zu widmen. Ich würde mich freuen, deinen Beitrag zu lesen. 

Mich hat Miris Aufruf zur Teilnahme inspiriert dieses Bild zu malen. Eine kleine Illustration meiner Hexenbalkonträume;) Der Beitrag heute ist mein erster für Miris Blogevent. Nun bist du dran: Zeig her deinen Hexengarten oder Hexenbalkon, erstelle tolle Sachen mit den Pflanzen, die dort wachsen. Lerne sie richtig kennen, jede hat ihre eigenen Besonderheiten und viele Geschichten und Bräuche ranken sich um sie – eins meiner Lieblingsthemen. Zur Teilnahme benötigst du keinen Blog. Miri sammelt auch gern Texte und Bilder und bietet auf ihrem Blog die Möglichkeit zur Veröffentlichung. Es gibt also kaum einen Grund, der dich an der Teilnahme hindern kann.

Bis zum 22. September hast du auch noch Zeit: Also los! 

4 Replies to “Sommer im Hexengarten 2020 – Pflanzenseifen”

  1. Das Bild ist wirklich wunderschön, ich bin sehr beeindruckt. Ans Seifensieden habe ich mich noch nie herangetraut, ich habe zu viel Respekt vor der Chemie. 😉 Deine Seifen sind auf jeden Fall sehr schön anzuschauen und duften bestimmt auch verführerisch. Ich finde es toll, was du alles machst und wie du deine Kräuter und Pflanzen verwendest. Ich finde Olivenöl fast zu duftintensiv für Kräuteröle, aber das ist ja Geschmackssache. Da wollte ich immer mal nach einer leichteren Alternative schauen.
    Liebe Grüße in deinen Wald!
    Doris

    1. Vielen lieben Dank Doris!
      Respekt beim Seifensieden ist prima, doch das muss dich nicht vom Ausprobieren abhalten. Es ist weniger gefährlich, als man beim Lesen immer den Eindruck bekommt (insbesondere wenn Sicherheitswarnungen ausgesprochen werden). Wichtig ist, dass man entspannt und vorsichtig hantiert.
      Das stimmt, es ist Geschmacksache. Ich liebe gerade das an dem Olivenöl. Wundervoll ist Mandelöl, oder Traubenkern. Vielleicht sagt es dir ja zu?

  2. Ui, das Bild ist ja toll! Ich bin beeindruckt. Vor allem die Bienchen sind so süß!
    Ringelblumen auf der Haut vertrage ich zwar nicht, davon krieg ich Ausschlag, aber in die 2. Seife würde ich ja trotzdem am liebsten reinbeißen. 🙂
    LG
    Centi

    1. Danke für deinen lieben Kommentar Centi 🙂 Na sowas, von einer Kontaktallergie hatte ich noch gar nicht gehört. Das merke ich mir auf jeden Fall. Ist das bei dir bei allen Korbblütlern der Fall?
      Stimm, irgendwie schaut sie etwas nach Konfekt aus. Ich hatte auch schon einmal eine Seife gemacht, die aussah wie Brownie 😀 Vom Verzehr ist jedoch abzuraten.
      Liebe Grüße
      Atessa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.