Gurkenzeit – salzig & spritzig


Fermentieren, Hexenbalkon, Hexengarten, Hexenküche / Donnerstag, August 20th, 2020

Verrückt, auf einmal ist schon wieder der Hochsommer vorbei. Mit ihm kamen sie in großen Mengen auf den Wochenmarkt: Winzigkleine und ziemlich niedliche Gürkchen. Früher habe ich die gar nicht gesehen. Doch seit dem letzten Jahr weiß ich: Diese Einlegegurken kann man auch einfach so essen. Ein schneller erfrischender Gurkensnack zwischendurch. Man kann aber noch viel spannendere Dinge mit ihnen machen. Im letzten Jahr habe ich sie zum ersten Mal fermentiert und Salzgurken hergestellt. Da gab es aber kein Rezept von mir zu. Das möchte ich nachholen. Leider gab es ein Problemchen mit der Kamera, daher sind die ersten Bilder nicht ganz so schön, aber zweckmäßig 😉 Was vielleicht auch noch ein Problem sein könnte: Meine diesjährigen Gurken habe ich gestern nach vier Wochen geöffnet, probiert und für außerordentlich lecker befunden. Doch das bedeutet, dass du jetzt vermutlich gar nicht mehr an so richtig kleine Einlegegurken kommen wirst. Vielleicht merkst du dir das Rezept für das nächste Jahr vor, oder du probierst es mit anderen Gurken aus. Das geht, ich entferne dann jedoch die Kerne.

Alles was du benötigst

  • Einlegegurken
  • Salz
  • Dillblüten
  • Brom- oder Himbeerblätter
  • bunter Pfeffer
  • Wasser
  • ein großes (oder mehrere kleine) Bügelglas
  • Glasgewichte/ -deckel

Wofür du die Brom- oder Himbeerblätter benötigst? Die Blätter enthalten Gerbstoffe. Versucht man, die Gurken einfach so in Salzlake zu Fermentieren, dann werden sie matschig. Die Gerbstoffe verhindern das. Nachlesen kannst du das gern auch einmal bei wildefermente.de. Praktischerweise konnte ich Dillblüten und Brombeerblätter von meinem Balkon ernten.

Pieksen oder nicht pieksen?

Manche Menschen unterziehen die Minigurken nicht nur einer gründlichen Dusche. Manche Menschen pieksen jede Gurke rundherum mit einer Nadel ein. Ich habe verschiedenes gehört und gelesen. Im letzten Jahr habe ich sie nicht eingestochen. Diesmal hab ich mir den Spaß gemacht, einfach weil ich doch so neugierig bin. Mein Fazit: Die Gurken schmecken wie letztes Jahr. Super lecker, nicht besser und nicht schlechter.

Wer Spaß dran hat – lass dich nicht davon abhalten. Ob es etwas bringt, ob die Lake besser eindringt? Ich glaub nicht. Öfter habe ich auch gelesen, dass die Gurken über Nacht in Eiswasser gelegt werden. Das habe ich weder im letzten Jahr gemacht, noch in diesem. Wofür das gut sein soll kann ich demnach nicht sagen, vielleicht hat ja jemand eine Erklärung und findet, dass der Aufwand lohnt?

Salzlake herstellen und Gurken einschichten

Du benötigst eine 3%ige Salzlake: 30 g Salz werden in einen Liter Wasser gerührt. Je nachdem, wie viele Gurkengläser du befüllen möchtest, brauchst du entsprechende Menge an Salzlake. Hast du zu viel Salzlake ist das ja nicht schlimm: Einfach abfüllen und für das nächste Ferment aufheben. Die fertige Salzlake stellst du erst einmal an die Seite, da wir erst das Glas befüllen wollen. In mein 3-Liter-Glas habe ich unten hinein 2 EL bunte Pfefferkörner gegeben. Darauf einige Dillblüten und die erst Schicht Gurken. Wieder ein paar Blüten, wieder Gurken, bis hoch zur “Schulter” des Glases, da wo es sich verjüngt. Ich habe darauf geachtet, dass die letzte Schicht aus Gurken besteht. Dann lassen sie sich besser beschweren. Darauf kamen die Brombeerblätter und Glasgewichte. Als Gewicht passen prima die kleinsten Deckel von Einmalgläsern. Später soll nämlich alles unter der Salzlake bleiben.

Salzlake einfüllen

Nicht spektakulär und doch wichtig: Die Salzlake sollte vorsichtig in das Glas gefüllt werden. Wenn das Glas halbvoll ist schwenke ich es ein wenig, sodass auch die Zwischenräume gut ausgefüllt sind.

Das Glas habe ich bis zum Bügelansatz aufgefüllt. Einmal schließen und wieder ein wenig schwenken, sodass wieder alle Zwischenräume geflutet sind. Dabei kann es passieren, dass Pfefferkörner oder Pflanzenteile aufschwimmen. Die sollten herausgefischt werden. Alles, was über der Salzlake ist, ist anfällig für Schimmel und den wollen wir schließlich nicht.

Wenn das erledigt ist wandert das Glas in einer Schüssel unter ein Handtuch (abgedunkelt) und wird dort für drei bis vier Wochen bei Zimmertemperatur stehen gelassen.

Es wird sich so eine lustige weiße Schicht bilden. Das ist aber kein Schimmel. Das ist nur ein Zeichen dafür, dass die Bakterien und Hefen ganz fleißig arbeiten 😉

Innen und außen wunderbar knackig und spritzig-prickelnd, salzig-sauer. Oder so ähnlich. Ich mag sie jedenfalls ziemlich gerne. Ist die Fermentation abgeschlossen können die Gurken in ein anderes Glas umgefüllt werden (oder auf mehrere verteilt). So kann man sie besser im Kühlschrank unterbringen, der nun bis zum Verzehr zu ihrem neuen Zuhause wird.

Und weil es ohne meinen Balkon wohl nur matschige Gurken gegeben hätte, mag ich mit diesem Post am Sommer im Hexengarten teilnehmen. Brombeeren wachsen nämlich hervorragend auf dem Balkon. Doch nicht nur ihre Früchte können wir uns schmecken lassen. Die Blätter können uns beim Fermentieren unterstützen. Und man kann sie sogar zu Tee fermentieren. 2016 habe ich einmal einen Schwarztee aus ihnen hergestellt. Eigentlich darf man natürlich nur die Blätter der Camelia sinensis als “Tee” bezeichnen. Doch so weißt du in etwa, was dich erwartet 😉

2 Replies to “Gurkenzeit – salzig & spritzig”

  1. Hmmm, die sehen gut aus! Eingelegte Gurken sind wunderbar. Meine kleinen Gurken sind dieses Jahr aus irgendeinem Grund so gar nichts geworden, das war sehr schade. Ich hatte mich so aufs Einlegen gefreut. Naja, vielleicht laufen mir beim Einkaufen noch ein paar über den Weg …
    Viele Grüße,
    Doris

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